We love (en français) = Vélo'V
Um den Autoverkehr im Stadtgebiet zu reduzieren, hat Lyon im Mai 2005 damit begonnen, ein Mietfahrradsystem aufzubauen. Mittlerweile ist dieses über drei Jahre alt und die "Vélos" sind aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich an den Automaten ein Fahrrad zu leihen. Für einen Euro druckt dieser eine blaue Papierkarte mit Magnetstreifen aus, die eine Woche lang gültig ist. Bezahlt wird per EC-Karte (der in Frankreich allgegenwärtigen "Carte Bleu"), geübte Benutzer benötigen für diese Prozedur weniger als eine Minute. Es gibt auch rote Karten, die ein ganzes Jahr gültig sind, für die allerdings eine Registrierung notwendig ist. Besonders geschickt: Die Dauerkarten der Lyoner Metro können nach einer Freischaltung im Internet ebenfalls an den Velo-Automaten verwendet werden. Die Rückgabe des Fahrrads an einem beliebigen Automaten ist simpel: Das Fahrrad wird einfach in eine Halterung geschoben und bedankt sich mit einem Piepen für die rasante Fahrt.

Als stolzer Besitzer eine roten Karte kann ich mir im Übrigen auf der Homepage die Länge meine Fahrstrecken ansehen. Ein Kilometerzähler an Bord protokolliert diese bis auf den Meter genau.

Vielleicht sind Systeme wie Vélo'V deshalb durchaus eine Lösung für weniger Autoverkehr in den Innenstädten? In Lyon sind so außerdem 30 Arbeitsplätze entstanden - unter Anderem Mitarbeiter, die mit einem Werkzeuganhänger (natürlich per Fahrrad) von Station zu Station unterwegs sind. Paris hat seit 2007 ebenfalls ein riesiges Mietfahrradnetz mit JCDecaux aufgebaut (20.000 Fahrräder an 1.451 Automaten), in weiteren Städten Frankreichs existieren ähnliche Pläne oder Systeme im Aufbau. Brüssel, Wien, Gijón, Melbourne - die Velos aus Lyon sind kein Unikat mehr.
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